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Epistula Corvi LXIV


Liebe Leserinnen und Leser,


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es gibt Dinge, die man tut. Beispielsweise werde ich nach Berlin zum MetropolCon reisen. Das ist eine Tätigkeit, verbunden mit Zugfahrten, Hotelübernachtungen und Eindrücken, die mich in der Millionenstadt erwarten.

Das ist etwas anderes als die Weltreise, die ich 2004 unternahm, oder mein Pilgerweg nach Santiago 2012. Nicht primär, weil diese Unternehmungen aufwendiger waren, sondern weil sie meine Identität zeitweise verändert haben. Die Berlinreise wird meinen Alltag für einige Tage unterbrechen, danach werde ich mein Leben wie üblich fortsetzen. Die Reisen über zehn respektive drei Monate dagegen waren so etwas wie kleine Lebensabschnitte, in denen ich anders funktionierte und agierte als gewohnt. Aus dem Reiserucksack leben. Mich in Fremdsprachen verständigen. Ständig neue Schlafstätten und ungewohnte Mahlzeiten. Die Begegnung mit Unbekannten, auf die ich teilweise angewiesen war. Das Agieren innerhalb eines kulturellen Rasters, dessen Regeln ich zunächst einüben musste. Die Isolation vom sozialen und materiellen Umfeld.

So etwas ist keine Tätigkeit, es ist – wenn auch temporäre – Identität.

Der Autor Michael M. Thurner hat vor fünf Jahren diese Identität eines Reisenden angenommen und, anders als ich, seitdem nicht mehr abgelegt. Mit kurzen Unterbrechungen ist er ständig auf seinem Motorrad unterwegs – und hat in diesem im Wortsinne bewegten Leben sein Glück gefunden, wie er sagt, mit 59 Jahren. Am 9. Juli wird er bei mir im Lindenwirt Station machen und die Bücher über seine Reiseabenteuer vorstellen. Ich bin nicht nur gespannt, sondern erwartungsfroh.



Was war


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Auch die Literatur im Lindenwirt hat mich, obwohl sie in meinem Zuhause stattfindet, mit auf eine Reise genommen. In die regionale Literaturszene, in die Welt der Kulturförderung, in eine andere Art von (bescheidenem) Unternehmertum. Die Lesungen im Mai und Juni waren mit 65 bzw. 45 Gästen gut besucht, wozu sicher auch die ausführlichen Berichte in der Lokalpresse (Bramscher Nachrichten) beigetragen haben. Damit hat die Lesungsreihe ein gutes Momentum zum Start bekommen; ich hoffe, dass sich das stabilisieren wird.


Wie geplant habe ich den ColoniaCon besucht, der mit dem Kulturbunker in Köln-Mülheim einen neuen Veranstaltungsort gefunden hat. Ich habe zwar nicht allzu viel vom Programm mitbekommen, aber zahlreiche interessante Gespräche geführt.


Zudem war ich akademisch tätig: Für die Universität Münster habe ich eine Projektwerkstatt vorbereitet und durchgeführt, an der Studentinnen und Studenten teilnahmen, die demnächst Deutsch unterrichten werden. Es ging um die Fantasy im Literaturunterricht, und ich habe mich insbesondere über die lebhaften Diskussionen gefreut.


Die in der letzten Epistula Corvi angekündigten Projekte habe ich begonnen, allerdings (bisher) nicht weiterverfolgt:

Die Übersetzung eines meiner Romane ins Englische mithilfe von KI-Software blieb leider stilistisch hinter meinen Erwartungen zurück. Der Sinn wird zwar (mit einigem Kneten) korrekt übertragen, aber die Erzählstimme klingt nicht nach mir. Für eine manuelle Nacharbeit auf literarischem Niveau fehlt mir das Können. Ein Übersetzer mit sehr guten Referenzen, den ich kontaktiert habe, ruft einen Preis auf, den ich nicht realistisch einspielen kann, und würde zudem bis ins nächste Jahr für die Aufgabe benötigen. Im nächsten Jahr könnten die Übersetzungsprogramme aber weit genug sein, um die Qualität zu liefern, die mir vorschwebt ...

Beim Drehbuch habe ich die Software ›Final Draft‹ erworben, die in diesem Bereich Industriestandard ist. Ich habe auch ein wenig damit geschrieben, dieses Projekt dann aber zugunsten anderer Vorhaben zurückgestellt. Dennoch bin ich optimistisch, dass ich früher oder später diesen Pfad weiterverfolgen werde.


Was ist


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Die Consaison setzt sich mit dem MetropolCon fort, der dieses Jahr auch EuroCon ist, also das Europa-Treffen der Science-Fiction-Fans. Dafür werde ich nach Berlin fahren und sicherlich Leuten begegnen, die ich seit Jahren (keine Übertreibung) nicht getroffen habe. Ich werde auch an zwei Panels teilnehmen; sie befassen sich mit Shared Worlds und dem Vergleich von Fantasy und Science-Fiction. Alle Informationen zur Convention findet man auf der Webseite der Veranstaltung.


Der Western, den ich gemeinsam mit Bernhard Hennen verfasse, kommt voran. Bernhard schickt mir Anmerkungen zu meinem Teil und schreibt seine Szenen. Außerdem haben wir nun ein Titelbild, das ich allerdings noch nicht zeigen darf, weil der Verlag es zuerst veröffentlichen möchte. So wie auch die Infos zum Heftroman. Ich kann aber verraten, dass er Ende Oktober erscheinen wird.


Dass das Hardcover zu Grünes Gold erschienen ist, konnte ich ja bereits im letzten Newsletter verkünden. Leider war Die Schwertfeuer-Saga damit aber nur für einige Wochen im Trockenen. Die Situation im Atlantis-Verlag scheint allgemein schwierig, was dazu führt, dass die eBooks nicht mehr erhältlich sind und ich Gespräche führe, um die vorhandenen Bestände von Rotes Gold und Weißes Gold zu übernehmen. Damit könnte einhergehen, dass die Veröffentlichungsrechte an der gesamten Serie an mich zurückfallen werden.

Obwohl die Bücher wirklich sehr schön geworden sind, was auch die Fans bestätigen, hat diese Episode die Risiken des Wegs, in Kleinverlagen zu veröffentlichen, aufgezeigt. Zwar sind dort engagierte Menschen tätig, aber ein Schnellboot hat es in stürmischen Gewässern eben schwerer als ein großer Tanker. Soll heißen: Einzelne Ereignisse können die Planung komplett aus der Bahn werfen.

Was selbstverständlich erst recht im Eigenverlag passieren kann – aber mit eigenen Fehlern kann ich besser umgehen als mit ›Schicksalsschlägen‹, die ich nicht beeinflussen kann. Ich habe lieber die Kontrolle, auch wenn ich mir bewusst bin, dass das Fehler und Rückschläge mit sich bringen kann.


Weswegen ich mich für Gottes Ebenbilder entschlossen habe, die Geschichte im Selbstverlag herauszubringen – es sei denn, mich ereilt doch noch ein überzeugendes Verlagsangebot. Danach sieht es nicht aus.

Vielleicht rede ich mir die Situation schön, aber aktuell gefällt es mir, mit der Vorstellung der baldigen Veröffentlichung am Manuskript zu arbeiten. Derzeit ist meine Idee, die Geschichte auf zwei eBooks aufzuteilen, die im August erscheinen sollen. Im Oktober soll eine Sammelausgabe im Hardcover folgen, die ich gern auf dem BuCon vorstellen möchte. Eventuell wird diese mit KI-generierten Bildern versehen sein. Im Dezember könnte dann eine reguläre, zweibändige Printausgabe im Softcover die Veröffentlichung komplettieren.

Dieser Ausblick ist mit Vorsicht zu genießen, weil andere Dinge dazwischenkommen und somit zu Verzögerungen führen können. Wenn beispielsweise bei einer LiLi-Lesung Not am Mann ist, muss ich das klären, bevor ich mit dem Schreiben fortfahren kann – das bin ich Gast und Publikum schuldig.

Was wird


Mit Die Nacht der Götter möchte ich einen ähnlichen Weg wie bei Gottes Ebenbilder gehen, sofern sich keiner der angeschriebenen Verlage meldet. Auch dieses Buch könnte noch 2026 erscheinen.


Bei der Literatur im Lindenwirt erwarte ich für den 9. Juli Michael M. Thurner. Der Autor hat ein sympathisches Einstimmungsvideo aufgenommen, auf das ich gern verweise:


Jüngst hat mich Bernhard Hennen besucht, mit dem ich nicht nur am gemeinsamen Western gearbeitet habe. Wir haben zudem über seinen Auftritt bei der Literatur im Lindenwirt gesprochen, der für den 13. August ansteht. Er wird auch das Vorprogramm selbst gestalten. Noch aus seiner Zeit als Schaukämpfer auf Mittelaltermärkten hat er fundierte Kenntnisse im Schwertkampf, die er in Form einer Einführungsstunde vermitteln wird.


Für einen historischen Roman liebäugele ich mit einer Recherchereise nach Polen, aber ob ich das mit der gebotenen Sorgfalt vorbereiten kann, ist leider ungewiss.


Nun ja. Unser Leben folgt den Prioritäten, die wir setzen. Auch und gerade auf Reisen.


Vielleicht habt Ihr Lust, im Sommer durch die Seiten eines Romans zu reisen. Wenn Eure Wahl auf ein Werk aus meiner Feder fallen sollte, würde mich das freuen. Wenn wir uns bei LiLi sähen, ebenso.



Robert CorvusBernard Craw



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